Surfen im warmen Wasser: Was sollte man anziehen?
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Wenn du dich fragst, was man beim Surfen im warmen Wasser anziehen sollte, ist die Antwort eigentlich ziemlich einfach: Du brauchst keinen Neoprenanzug – aber ein normaler Strandbikini ist auch nicht immer die beste Wahl. Je nachdem, wie lange du im Wasser bist, wie stark die Sonne ist und wie du surfst, kann ein guter Surfbikini oder ein Rashguard deutlich sinnvoller sein.
Ich habe mir diese Frage selbst ziemlich oft gestellt.
Ich habe Modedesign studiert und über sechs Jahre in der Modeindustrie gearbeitet. Trotzdem stand ich vor meinem ersten längeren Surftrip irgendwann vor meinem Koffer und dachte: Was ziehe ich beim Surfen jetzt eigentlich an?
In fast allen Ratgebern, die ich damals gefunden habe, ging es um Neopren. 3/2, 4/3, Haube, Booties, Wassertemperaturen. Alles rund um kaltes Wasser.
Und für warmes Wasser?
Meistens nur: „Brauchst du nicht.“
Das stimmt natürlich. Aber so richtig beantwortet es die Frage trotzdem nicht.
Ab welcher Wassertemperatur braucht man keinen Neoprenanzug mehr?
Eine feste Temperatur gibt es dafür nicht.
Es hängt davon ab, wie lange du im Wasser bist, wie viel du dich bewegst, wie windig es ist und natürlich auch davon, ob du schnell frierst oder eher nicht.
Ich kann dir aber sagen, wie es für mich hier auf Bali aussieht.
Hier ist Surfen ohne Neoprenanzug das ganze Jahr über normal. In den wärmeren Monaten liegt die Wassertemperatur ungefähr bei 28 Grad. Da würde ich ehrlich gesagt gar nichts Wärmeres als einen Bikini anziehen wollen.
In der Trockenzeit, vor allem im Juli und August, wird das Wasser an der Süd- und Westküste spürbar kühler. Wenn ich dann länger im Wasser bin, nehme ich gerne einen Rashguard mit. Nicht unbedingt, weil ich friere, sondern weil es einfach angenehmer ist.
Und je nachdem, wo du surfst, sieht es natürlich wieder anders aus. Portugal im Sommer ist eine andere Geschichte als Sri Lanka im Dezember.
Auch in Sri Lanka brauchst du keinen Neo
Deshalb würde ich mich nicht zu sehr an einer einzigen Temperatur festhalten. Gerade bei warmem Wasser geht es beim Outfit oft weniger um Wärme und viel mehr um Sonnenschutz, Komfort und Halt.
Bikini oder Rashguard – was sollte man beim Surfen im warmen Wasser anziehen?
Für mich sind beide sinnvoll. Nur eben in unterschiedlichen Situationen.
Wenn ich morgens bei weniger starker Sonne für eine Stunde ins Wasser gehe, reicht mir meistens ein gut sitzender Surfbikini völlig.
Er ist unkompliziert, trocknet schnell und ich habe nicht mehr an, als ich wirklich brauche.
Bei längeren Sessions oder wenn die Sonne schon hoch steht, greife ich eher zum Rashguard.
Er schützt Schultern, Rücken und Nacken vor der Sonne und ist beim Paddeln angenehm auf der Haut. Gerade wenn du mehrere Stunden im Wasser bleibst, macht das einen Unterschied.
Und genau das merkt man oft erst, wenn man einmal länger gesurft ist.
Warum Anfänger auf dem Softtop schnell merken, dass ein guter Rashguard sinnvoll ist
Wenn du gerade mit dem Surfen anfängst, wirst du wahrscheinlich auf einem Softtop-Board lernen.
Am Anfang liegst du sehr viel auf dem Board. Du paddelst. Du rutschst beim Aufstehen nach vorne und hinten. Du paddelst wieder zurück. Und irgendwann merkst du plötzlich, dass dein Bauch oder deine Rippen ziemlich gereizt sind.
Ich kenne das selbst.
Die Oberfläche eines Softtop-Boards hat eine rutschhemmende Beschichtung. Durch die ständige Reibung kann die Haut gerade über mehrere Stunden trotzdem ordentlich strapaziert werden.
Dazu kommt die Sonne – und gerade als Anfänger bleibst du oft länger im Wasser, weil du einfach noch unglaublich viel ausprobierst.
Deshalb würde ich Anfängern nicht unbedingt empfehlen, den dünnsten und lockersten Rashguard zu nehmen, den die Surfschule gerade irgendwo herumliegen hat.
Der tut es für eine Stunde natürlich auch.
Aber wenn du häufiger surfst, würde ich irgendwann in einen Rashguard investieren, der wirklich gut sitzt.
Hier auf der Welle in Sanur, mit dem Rashguard unterwegs
Er sollte körpernah sitzen, nicht ständig nach oben rutschen und sich auch dann angenehm anfühlen, wenn du mehrere Stunden auf dem Board liegst.
Genau deshalb haben wir unseren Cropped Rash Guard bewusst so entwickelt.
Er liegt körpernah an und hat unser WaveHold™ Band in der Taille. Das breite Band hilft dabei, dass der Rashguard beim Paddeln und im Wasser dort bleibt, wo er sitzen soll.
Und ja, du spürst das Band.
Das ist Absicht.
Ein Band, das du gar nicht bemerkst, wird dir bei einem Wipeout wahrscheinlich auch nicht besonders viel Halt geben.
Warum dein normaler Strandbikini beim Surfen nicht immer funktioniert
Das ist wahrscheinlich der Punkt, den ich selbst am Anfang am meisten unterschätzt habe.
Ein Bikini, der am Strand oder am Pool perfekt sitzt, muss dort nicht besonders viel aushalten.
Beim Surfen schon.
Du paddelst. Du drückst dich hoch. Du gehst durchs Weißwasser. Dann kommt eine Welle von hinten und zieht an deinem Körper, während du dich gleichzeitig in eine andere Richtung bewegst.
Und plötzlich müssen ein paar dünne Bändchen an der Hüfte oder ein schmales Band unter der Brust ziemlich viel aushalten.
Ich habe lange gedacht, das wäre einfach mein persönliches Problem.
Irgendwann dachte ich: Das kann doch nicht sein.
Je länger ich mich mit Schnitten, Materialien und Passformen beschäftigt habe, desto klarer wurde mir aber, dass es gar nicht an mir lag.
Die meisten Bikinis sind einfach nicht dafür gemacht, dass du damit surfst.
Wenn du mehr darüber wissen willst, habe ich genau das hier ausführlicher erklärt: Warum dein Bikini beim Surfen verrutscht.
Wenn du einen Bikini zum Surfen suchst, würde ich deshalb auf ein paar einfache Dinge achten: ein breiteres, festes Band unter der Brust und breite Träger anstelle von dünnen Riemchen für das Oberteil. Ein Bottom, das sicher über der Hüfte sitzt und nicht seitlich gebunden wird. Und ein Material, das sich nach dem Dehnen wieder zurückzieht, statt mit der Zeit immer lockerer zu werden.
Sonne statt Kälte: Der eigentliche Gegner im warmen Wasser
Was mich am Anfang am meisten überrascht hat, war nicht die Wassertemperatur.
Es war die Sonne.
Gerade beim Surfen merkst du oft gar nicht, wie lange du schon draußen bist. Du bist in Bewegung, konzentrierst dich auf die Wellen und denkst nicht ständig darüber nach, wie viele Stunden du eigentlich schon im Wasser bist.
Ich habe mir in meiner ersten Zeit auf Bali einen ziemlich heftigen Sonnenbrand auf dem Rücken geholt. Danach war für zwei Tage Surf-Pause.
Seitdem gehört Sonnencreme für mich genauso zur Ausrüstung wie Wachs.
Aber gerade bei langen Sessions verlasse ich mich nicht nur darauf. Wasser, Schweiß und Reibung können den Sonnenschutz beeinflussen. Deshalb trage ich an den Stellen, die ohnehin bedeckt sind, am liebsten Kleidung mit einem hohen UV-Schutz.
Unser Surfwear-Material hat UPF 50+.
Für mich ist das gerade bei langen Tagen im Wasser einer der wichtigsten Gründe, einen Rashguard zu tragen.
Natürlich bleiben Gesicht, Hände, Beine und Füße frei. Sonnencreme gehört deshalb trotzdem immer dazu.
Was sollte man beim Surfen im warmen Wasser wirklich einpacken?
Da würde ich aus persönlicher Erfahrung sagen, dass du ein bis zwei Surfbikinis brauchst.
Einen Rashguard für längere Sessions und starke Sonne.
Sonnencreme.
Und einen Sarong oder Surfponcho. Einfach etwas zum schnellen Überwerfen, Board schnappen und los.
Mehr brauchst du meistens nicht.
Und genau das finde ich inzwischen so angenehm am Surfen im warmen Wasser: Du brauchst nicht viel.
Du brauchst keinen dicken Neoprenanzug. Keine zehn verschiedenen Schichten. Und eigentlich auch keine komplizierte Ausrüstung.
Aber das, was du trägst, sollte dafür gemacht sein, dass du dich im Wasser frei bewegen kannst.
Ein guter Surfbikini sollte sitzen.
Ein Rashguard sollte nicht ständig verrutschen oder scheuern.
Und beides sollte dich nicht ständig darüber nachdenken lassen, was du gerade anhast.
Ein Rashguard der verrutscht lenkt dich nur ab
Denn eigentlich willst du beim Surfen an etwas ganz anderes denken:
an die nächste Welle.
Mein Fazit
Wenn du dich also fragst, was man beim Surfen im warmen Wasser anziehen sollte, würde ich es einfach halten.
Bei kurzen Sessions und weniger starker Sonne reicht ein gut sitzender Surfbikini.
Bei längeren Sessions, viel Sonne oder wenn du gerade erst mit dem Surfen anfängst, ist ein hochwertiger Rashguard eine richtig gute Ergänzung.
Und ganz ehrlich: Du wirst ziemlich schnell merken, was für dich funktioniert.
Das habe ich zumindest gelernt.